Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld
Was beeinflusst die Zinsentwicklung beim Tagesgeld?
Die Zinsentwicklung des Tagesgeldes folgt der Entwicklung des Leitzinses der Europäischen Zentralbank (EZB). Der EZB-Leitzins ist ein festgelegter Satz zur Steuerung des Geld- und Kapitalmarktes. Zu diesem Satz kann die Notenbank an Geschäftsbanken Geld verleihen. Auch für Kunden der Banken spielt der Leitzins eine erhebliche Rolle, da die sich Zinssätze für Geldanlagen häufig am Leitzins orientieren. Viele Tagesgeldanbieter verfahren nach diesem Prinzip der Zinsentwicklung. Wenn der Leitzins aufgrund robusten Wirtschaftswachstums ansteigt, erhöht sich auch die Verzinsung des Tagesgeldes. Wird der Leitzins allerdings gesenkt, da die schwache Wirtschaft angekurbelt werden muss, fallen auch die Zinsen beim Tagesgeld. Die geringeren Zinssätze bewirken, dass Geschäftsbanken sich bei den Zentral- und Notenbanken weiterhin Geld leihen können, dies aber zu besseren Konditionen. Die dadurch erreichte Einsparung bei den Geschäftsbanken wird an deren Kunden in Form von günstigen Krediten weitergegeben. Dies hat zur Folge, dass mehr Bankkunden Kredite abschließen und dieses Geld in den Wirtschaftskreislauf einfließt und die Wirtschaft wieder ankurbelt. Der Leitzins hat somit einen enormen Einfluss, nicht nur auf die Gesamtsituation der Wirtschaft, sondern im Besonderen auch auf die Zinsentwicklung beim Tagesgeld.
Die Zinsentwicklung des EZB-Leitzinses der vergangenen zehn Jahre
In den vergangenen Jahren kam es zu erheblichen Schwankungen des Leitzinses und schließlich zu einer rapiden Senkung. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank belief sich zwischen Mitte 2000 und Mitte 2001 auf über 4,5 Prozent. Zwischenzeitlich ist der Leitzins starken Schwankungen unterworfen. So fiel der Leitzins zwischen den Jahren 2003 und 2005 auf 2,0 Prozent. Daraufhin kam es zu einer positiven Zinsentwicklung und der Leitzins stieg an bis auf 4,25 Prozent im Jahr 2008. Aufgrund der Wirtschaftskrise ist der Leitzins seit Ende des Jahres 2008 stetig gesunken und derzeit bei 1,0 Prozent angekommen. Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld verlief ähnlich, immer in Bezug zur Zinsentwicklung des EZB-Leitzinses.
Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld in den vergangenen zehn Jahren
Beim Tagesgeld verläuft die Zinsentwicklung meist analog zur Leitzinsentwicklung. So war es auch während der vergangenen zehn Jahre. Zwischen 2000 und 2001 kam es beim Tagesgeld zu einem durchschnittlichen Höchststand von 3,5 Prozent. Von da an bis Mitte des Jahres 2005 begannen die Zinssätze beim Tagesgeld stetig zu sinken und pendelten sich bei durchschnittlich zwischen 1,5 und 2,0 Prozent ein. Dann kam es zu einer positiven Zinsentwicklung beim Tagesgeld, denn es erfolgte wieder ein Anstieg bis Ende des Jahres 2008. Dann jedoch fielen die Zinsen wieder und belaufen sich Mitte 2009 auf 2 bis 4 Prozent, je nach Tagesgeldanbieter. Wenige Banken geben an ihre Kunden die Garantie aus, dass die Tagesgeldzinsen nie unter den Zinssatz des Leitzins der Europäischen Zentralbank sinken werden oder sogar immer darüber liegen. Dies macht das Tagesgeld zu einer sehr risikoarmen und zuverlässigen Geldanlage. Es gibt zwar keine Garantie was die Zinsentwicklung des Leitzins betrifft, nach welchem sich die Verzinsung des Tagesgeld richtet. Jedoch sind die tägliche Verfügbarkeit des Tagesgeldes und die Möglichkeit der kurzfristigen Kündigung des Kontos beziehungsweise der Wechsel zu einem Tagesgeldanbieter mit besseren Konditionen große Pluspunkte des Tagesgeldes. Der Leitzins ist ein guter Anhaltspunkt, um sich über Zinsentwicklungen zu informieren. Um einen Überblick über die zahlreichen Tagesgeldanbieter zu erhalten, bieten sich Tagesgeldkonto-Vergleiche an. Sie können sich über die Zinssätze der einzelnen Anbieter informieren und den für Ihre Anforderungen am besten geeigneten auswählen.
