Internationale Bankkontonummer: keine Angst vor vielen Ziffern
Seit Langem ist sie geplant, jetzt soll sie auch flächendeckend innerhalb Europas eingesetzt werden: die Internationale Bankkontonummer. Verbrauchschützer warnen vor einer Überforderung der Bankkunden durch die vielziffrige Kennnummer – für Banker jedoch wird alles einfacher.
Rund 500 Millionen Verbraucher werden europaweit betroffen sein, wenn spätestens ab 2013 die Internationale Bankkontonummer für alle EU-Länder plus Liechtenstein, Monaco, Norwegen und der Schweiz verpflichtend sein wird. Das neue System heißt “SEPA” und steht für “Single European Payment Area” (einheitliches Gebiet für den europäischen Zahlungsverkehr). Parallel zu dem alten System (bestehend aus Kontonummer und Bankleitzahl) wird es bereits von vielen Banken seit 2008 genutzt. In maximal drei Jahren sollen jedoch Bankleitzahl und Kontonummer in der IBAN und BIC verschwinden, die zusammengenommen dann mit einer Landeskennziffer, einem Bankkürzel sowie einem Identifikationsmerkmal die Internationale Bankkontonummer bilden.
Wie lange genau die Internationale Bankkontonummer noch das alte System neben sich dulden wird, soll der Ministerrat der Europäischen Union im Herbst festlegen. Schon jetzt äußerte jedoch Finanzminister Wolfgang Schäuble Bedenken. Er möchte zumindest für deutsche Bundesbürger auch über den Zeitraum von 2013 hinaus den innerländischen Zahlungsverkehr auf herkömmliche Weise beibehalten. Technisch allerdings ließe sich die Internationale Bankkontonummer nicht mehr aufhalten, so die EU-Kommission. Die EU-Kommission will an ihrer Auffassung festhalten und den Banken eine bindende Frist zur Umstellung setzen. Schon jetzt würden zahlreiche Banken Inlandsüberweisungen per Hand in die internationale Form von SEPA mit BIC und IBAN übertragen.
Bernd Richter von der Unternehmensberatung “Capco” brachte die Sache dabei mit einem Beispiel auf den Punkt: Er verglich die Einführung für die Internationale Bankkontonummer mit der Umstellung der Postleitzahlen von einer vierstelligen auf eine fünfstellige Ziffernfolge. Diese wäre auch nicht zweckmäßig gewesen, wenn man noch über Jahre hinweg beide Systeme unterstützt hätte. Außerdem biete die Internationale Bankkontonummer für den Verbraucher eine zusätzliche Sicherheit. Wer bislang einen Zahlendreher in der Kontonummer gehabt habe, der zu einer Fehlüberweisung führte, der habe einen gehörigen Aufwand auf sich nehmen müssen, um sein Geld zurückzubekommen. Das neue System würde solche Fehler sofort erkennen.