Mit Tagesgeld lässt sich kaum Geld verdienen

business dataDie Folgen der Finanzkrise scheinen noch lange nicht ausgestanden. Immer noch scheuen Anleger das Risiko und verlagern daher ihr Investitionsverhalten auf sichere Formen wie beispielsweise das Tagesgeld – trotz geringer Rendite.

Seit der globalen Finanzkrise hält der Trend nach sicheren Anlagemöglichkeiten immer noch an. Investoren befinden sich hier jedoch in einer Zwickmühle. Einerseits ist vielen der Aktienmarkt zu riskant, aber andererseits sind die Renditen beim Tagesgeld derzeit äußerst gering. So wurde etwa in der zurückliegenden Dekade lediglich ein durchschnittlicher Zinssatz von 2,1 % auf das Tagesgeld gezahlt. Der Mindestsatz betrug dabei 1,07 % per anno. Doch schon die jährliche Inflationsrate liegt bei 1,63 %. Subtrahiert man nun von der durchschnittlichen Rendite die Inflationsrate, beträgt der Gewinnzuwachs lediglich noch 0,98 % bei dieser Form der Kapitalanlage.

In der bisherigen Rechnung ist jedoch noch nicht die in 2008 eingeführte Kapitalertragsteuer enthalten. Rechnet man diese noch dazu, kann man vielleicht gerade noch von einem Kapitalerhalt beim Tagesgeld sprechen, aber keinesfalls von einer angemessenen Rendite. Der Grund liegt unter anderem im historisch niedrigen Zinsniveau, von dem nicht nur das Tagesgeld betroffen ist. Daher werden in diesem Zusammenhang sogenannte Garantiezertifikate als Alternative immer beliebter. Hier kann der Anleger einerseits von steigenden Kursen profitieren, andererseits aber Risiken weitestgehend ausschalten. Doch auch diese sind von niedrigen Zinsen betroffen, was sich oft in der Verlängerung von Laufzeiten niederschlägt.

Nach Ansicht von Experten ist die Ausweitung von Laufzeiten bei Garantiezertifikaten die einzige Möglichkeit, akzeptable Renditechancen zu gewährleisten. Denn durch das niedrige Zinsniveau verteuern sich hier die sogenannten Nullkupon-Anleihen, die wiederum zum Konstrukt der Zertifikate gehören. Also ist auch hier eine deutliche Verschlechterung der Konditionen zu spüren. Ähnlich wie beim Tagesgeld sind die Renditeerwartungen eher gering. Im Vergleich dazu bietet das Tagesgeld allerdings eine Flexibilität, die bei Zertifikaten nicht zu finden ist. Solange sich Anleger also weiterhin auf risikoarme Investitions-Varianten beschränken, müssen sie leider auch auf absehbare Zeit mit schlechten Renditen rechnen.

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