Börsen-Analysten sehen für Aktien gute Chancen

AktienDie geopolitischen, globalen Entwicklungen und die atomare Katastrophe in Japan haben ihre Spuren an der Börse hinterlassen. Auch die Schuldensituation im Euroraum macht einige Anlageformen indiskutabel. Kenner der Szene setzen jetzt auf Aktien.

In einem Interview mit dem Magazin “Fokus Money online” teilten gleich zwei Kenner und Altmeister von Aktien und Börse ihre Erfahrungen mit. Klaus Kaldemorgen und Edouard Carmignac, die als Koryphäen der Fondszene angesehen werden, kommentierten die Entwicklung auf dem Parkett der letzten Monate und gaben Prognosen über eine mögliche Entwicklung ab. So bezeichnete Carmignac den Jahresauftakt der Wall Street und Co. als sehr interessant, zumal es drei sogenannte “schwarze Schwäne” gegeben habe. Diese tierische Bezeichnung erhalten alle Ereignisse, die als unvorhersehbar eingestuft werden. Darunter fallen sowohl die politischen Unruhen in der arabischen Welt als auch die Atomkatastrophe in Japan.

Beide machen für die Umwälzung in der arabischen Welt auch die stark gestiegenen Lebensmittelpreise in den jeweiligen Regionen verantwortlich. Gleichzeitig wurden die Gas- und Ölpreise von dieser Entwicklung beeinflusst. Durch die Katastrophe im japanischen Fukushima wiederum ist eine erneute Energiediskussion ausgelöst worden, wovon sich allerdings die Märkte unbeeindruckt zeigen. Daher sehen die beiden Analysten vor allem im Kauf von Aktien derzeit eine gute Anlagestrategie. Vorsichtig hingegen soll man mit Staatsanleihen sein. Aufgrund der hohen Staatsverschuldung im Euroraum und steigender Zinsen würden diese zunehmend unattraktiver werden. Nach Ansicht von Kaldemorgen sei die “explodierende Staatsverschuldung” mit konventionellen Mitteln nicht mehr aufzuhalten.

Ein weiterer Grund, der für die Investition in Aktien spreche, seien die niedrigen Zinsen. Während Renten bei einem niedrigen Zinsniveau zu den Verlierern zählen, schaffen Unternehmen eine Wertschöpfung, die sich in der Rendite ihrer Papiere auszeichnet. Besorgniserregend empfindet Kaldemorgen in diesem Zusammenhang lediglich die Inflationsentwicklung und befürchtet, dass die Wirtschaft auf eine Stagflation zusteuere. Dies würde bedeuten, dass sie sich bei gleichzeitig steigenden Preisen auf einen Nullwachstum einpendelt. Steigende Preise wiederum manifestieren sich dann ihrerseits im Kursanstieg für Rohstoffe. Besonders Agrarrohstoffe sind von einer solchen Entwicklung betroffen. Menschen in Ländern ohne entsprechendes Wirtschaftswachstum müssen dann mehr für Lebensmittel ausgeben.

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