Deutsche Bank will Kosten nach Übernahme der Postbank stark reduzieren

PostbankNoch ist nicht konkret bekannt, in welchen Bereichen die Deutsche Bank die Kosten bei der übernommenen Postbank senken will. Fakt ist, dass sie den Kostenapparat der Postler um fast ein Drittel reduzieren möchte.

Ende 2010 hat die Deutsche Bank die Postbank übernommen. Nun kündigte das Unternehmen drastische Sparmaßnahmen im Gesamtkonzern an. Vor allem im IT-Bereich könnte es zu umfangreichen Auslagerungen des Personals kommen, wie das Wirtschaftsmagazin jetzt “Capital” berichtete. Besonders betroffen sind von den Einsparungen die Mitarbeiter der ehemaligen Postler. So sollen diese beispielsweise auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten. Dies könnte so realisiert werden, indem bestehende Tarifverträge aufgelöst werden, da die Beschäftigten, insbesondere aus dem IT-Sektor, in eine firmeneigene GmbH transferiert werden, wo dann Verträge mit neuen Konditionen ausgehandelt werden. Eine Maßnahme, die in den letzten Jahren vielerorts Schule machte.

Die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Alfred Herling betonte jedoch in diesem Zusammenhang, dass es für konkrete Entscheidungen noch viel zu früh sei. Im Moment sei lediglich bekannt, dass Kostenreduzierungen anstünden, aber man befinde sich aktuell erst in der Phase “erster Grundsatzgespräche”. Käme es jedoch zu einer solchen Auslagerung, sollten die Betroffenen im Gegenzug fünf Jahre lang Ausgleichszahlungen erhalten. Des Weiteren sei aber auf jeden Fall sichergestellt, dass es sowohl für die Postbank als auch für die Deutsche Bank keine betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2014 geben werde. Man bemühe sich derzeit um einen sogenannten Rahmeninteressenausgleich.

Kennern der Finanzszene war jedoch bereits bei dem Übernahmeangebot für die Postbank klar, dass es drastische Einsparungen geben werde. Und selbst Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte angekündigt, dass die Übernahme Konsequenzen für die Personalstärke beider Häuser haben werde. Schon zu diesem Zeitpunkt war die Rede vom IT-Bereich. Auch Privatkundenchef Reiner Neske hat in diesem Zusammenhang deutlich zu verstehen gegeben, dass man auf der einen Seite kein kostenloses Girokonto anbieten und andererseits die Kostenthematik des Unternehmens dabei außer Acht lassen könne. Eine Einigung von Betriebsrat und Bank wird bis Ende Juli 2011 erwartet.

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