Leerverkäufe: Was sie sind, und was sie bedeuten

Leerverläufe sind im Prinzip eine Wette auf den Wertverlust von Aktien - dies wird durch Panikmache erreicht.

Leerverläufe sind im Prinzip eine Wette auf den Wertverlust von Aktien - dies wird durch Panikmache erreicht.

 Sogenannte Leerverkäufe zählen zu den spekulativsten Geschäften an der Börse überhaupt. Vor allem, weil hier mit Abwärtstrends Geld gemacht wird, forderte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler nun ein internationales Verbot für diesen speziellen Handel mit Aktien.Lange hat die Politik zugeschaut, nun will sie zurückschlagen. Für sogenannte Leerverkäufe hat Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler jetzt ein internationales Verbot gefordert. In einigen Staaten, wie etwa in Frankreich und Italien, ist diese hoch spekulative Form des Aktienhandels bereits untersagt. Doch nach Ansicht von Rösler gehöre ein weltweites Verbot unbedingt zu den drängenden Themen des nächsten Weltwirtschaftsgipfels, da zumindest die G-7-Staaten hier an einem Strang ziehen sollten. Doch was passiert eigentlich bei solchen Leerverkäufen, und wer profitiert davon? Im Fachjargon nennt man diese Form des Handels auch „short selling“, und man setzt dabei auf Abwärtstrends.

Im Prinzip funktionieren Leerverkäufe so: Der Händler XY leiht sich gegen eine geringe Gebühr von einem Anleger eine bestimmte Aktie aus. Diese verkauft er nun zu einem vereinbarten Preis – beispielsweise 100 € – weiter, ohne dass sie ihm gehört. Zu einem bereits jetzt festgelegten Zeitpunkt kauft er die gleiche Aktie von einem anderen Investor zurück. Ist in der Zwischenzeit der Wert der Aktie gefallen, zum Beispiel auf 80 €, hat der Händler 20 € Gewinn gemacht, abzüglich der geringen Gebühr. Vom Prinzip her handelt es sich also um eine Wette, bei der man auf das Fallen des Aktienkurses setzt.

So weit so gut. Eigentlich sind Leerverkäufe damit ein defensives Werkzeug, um Marktteilnehmer vor Verlusten zu schützen. Problematisch werden sie dann, wenn sie spekulativ eingesetzt werden, wie etwa im Falle der französischen Bank zur Société Générale. Hier wurden gezielt Gerüchte gestreut, dass das Bankhaus in Finanzschwierigkeiten sei. Daraufhin verkauften zahlreiche Anleger ihre Anteile des Geldhauses, und die Aktie rutschte ab. Dabei seien die Gerüchte, so Bank-Chef Frederic Oudea „absoluter Müll“ und die Einzigen, die von dieser Situation profitieren, die Spekulanten. Mittlerweile sind Leerverkäufe in Frankreich, Australien, Großbritannien und zahlreichen anderen Ländern verboten.

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