Bankenrettung auf dem Weg zur Bewältigung der Euro-Krise
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sind sich einig. Um in der Bewältigung in der Euro-Krise voranzuschreiten, müssen die Banken gerettet werden. Bis Ende Oktober soll ein Gesamtpaket vorgelegt werden.
Es ist gerade einmal drei Jahre her, als in Folge der globalen Finanzkrise Banken vor dem finanziellen Aus gerettet werden mussten. Nun ist es die Euro-Krise, die die Geldhäuser abermals in eine Schieflage gebracht hat, und wieder sollen Hilfsgelder fließen. Als erste Bank ist die belgisch-französische Großbank Dexia an der Reihe. Das Finanzinstitut wird quasi gespalten und teilweise verstaatlicht. Obwohl die Bank bereits in 2008 Hilfsgelder erhalten hatte, hat es sich bei Investitionen in Griechenland übernommen. Zusätzlich haben viele verunsicherte Sparer ihr Kapital abgezogen. Nun wird Belgien einen Teil in Höhe von vier Milliarden Euro übernehmen.
Gleichzeitig werden Risikopapiere an eine sogenannte Bad Bank ausgelagert, wofür Belgien, Luxemburg und Frankreich gemeinsam Garantien in Höhe von 90 Milliarden Euro stellen. Der französische Teil des Geldhauses, der maßgeblich an der Finanzierung der Kommunen in Frankreich beteiligt war, spaltet sich ebenfalls auf und geht zum Teil in die Staatsbank Caisse des Depots und der Postbank Banque Postale. Für den luxemburgischen Anteil und den türkischen Arm, der Deniz Bank werden jedoch noch Käufer gesucht. In Griechenland wurde wegen der Euro-Krise außerdem die kleine Protonbank mehr oder weniger verstaatlicht. Hier springt die nationale Notenbank in die Bresche.
Auch für die deutschen Steuerzahler könnte die Euro-Krise noch einmal Folgen haben. So gilt es etwa in Finanzmarktkreisen schon als sicher, dass Griechenland nur noch durch einen Schuldenschnitt gerettet werden kann. Das hieße im Klartext, dass etliche Gläubiger auf einen großen Teil des geschuldeten Geldes verzichten müssten. Von bis zu 60 Prozent ist hier die Rede. Betroffen wäre dann auch die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die im Rahmen der internationalen Hilfe Athen Kredite in Milliardenhöhe bewilligt hat. Eine endgültige und dauerhafte Lösung soll Anfang November auf dem Finanzgipfel in Cannes präsentiert werden.
